Progenie

Die Progenie

kann vorliegen, wenn mehrere Frontzähne oder sogar alle Frontzähne verkehrt verzahnt sind. Bei dieser Anomalie sind meist alle Zähne des Ober- und Unterkiefers im umgekehrten Überbiß. Zusätzlich sieht man die Anomalie am Fernröntgenseitenbild und meist auch am Profil des Patienten.
In der Geschichte ist diese Stellung auch als „Habsburger Lippe“ bekannt, denn bei der Habsburger Familie kam sie sehr oft vor. So muss man auch heute an eine Progenie denken, wenn diese Anomalie bei einem Elternteil vorkommt.

Im Fernröntgenseitenbild ist zu erkennen, dass sich der Unterkiefer nach vorne und unten entwickelt. Der Kieferwinkel ist meist sehr stumpf und die unteren Frontzähne sind nach innen gekippt.
Das ähnliche Bild entsteht auch, wenn das Mittelgesicht unterentwickelt ist, d.h. wenn der Oberkiefer zu klein ist.
Die kieferorthopädische Behandlung hat immer das Ziel, das Wachstum des Unterkiefers zu hemmen und das Wachstum des Oberkiefers zu fördern.
Da eine genetisch bedingte Anomalie nicht nur mit kieferorthopädischen Maßnahmen behandelt werden kann, besteht nach dem Wachstumsabschluss (nach dem 18. LJ) die Möglichkeit einer kieferchirurgischen Korrektur. Eine dafür zeitgleich notwendige kieferorthopädische Behandlung, wird in diesen Fällen von der Krankenkasse bezahlt.