Normale und gestörte Funktion

Eine normale Funktion reguliert manche Zahnfehlstellung am nachhaltigsten

Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen.

– Werner Fink 1902 – 1978

Mundatmung
Bei der Mundatmung liegt die Zunge in der Regel im Unterkiefer, dadurch überwiegen die Kräfte der Wange und der Oberkiefer wird schmaler. Durch das Gewicht der Zunge kann der Unterkiefer häufig nach unten wachsen und es kommt zum offenen Biß.

Die Mundatmung ist eine häufige Funktionsstörung.

Durch die Mundatmung kommt es einmal zum Austrocknen der Lippen und Mundschleimhaut.

Die Zunge, die sonst am Gaumen liegt, liegt beim Mundatmer im Unterkiefer oder zwischen den Zähnen. Dadurch kann es zu Wachstumsstörungen des Ober- und Unterkiefers kommen.

Der Oberkieferzahnbogen wird schmal und der Überbiß wird knapp. Es kann ein Kreuzbiß oder offener Biß entstehen.

Durch die Mundatmung wird die Luft nicht angewärmt und nicht von Staub befreit. Viele Menschen, die durch den Mund atmen, leiden deshalb öfter an Erkältungskrankheiten. Zum anderen werden viele Organe durch die Funktion gesund erhalten. Wenn die Nase nicht zum Atmen benutzt wird, kann es zu Wucherungen der Nasenschleimhaut, wie z.B. zu Polypen, kommen.

Die Nase ist mit einem Weg über eine Wiese zu vergleichen. Wird dieser nicht benutzt, wächst er langsam zu oder man muß regelmäßig krauten. Wird der Weg von vielen Personen benutzt, erhält sich der Weg ohne unser Zutun.

Die Zunge hat eine wichtige Funktion für die Entwicklung des Zahnbogens im Oberkiefer.

Bei einem normalen Mundschluss liegt die Zunge am Gaumendach. Zwischen Zungenrücken und Gaumendach entsteht nach einem reflektorischen Schluckakt eine kleine Kammer mit einem Unterdruck, dadurch wird das Gaumendach ausgeformt.

Die Zunge drückt weiterhin von innen gegen die Zähne. Von außen drücken die Wangen und die Lippen. Die Zähnen stehen dort, wo sich diese beiden Kräfte aufheben, also gleich sind.

Liegt die Zunge nicht im Oberkiefer sondern wie bei der Mundatmung im Unterkiefer, dann fehlt der Innendruck. Der Wangendruck ist dadurch stärker als der Zungendruck von Innen. Der Oberkieferzahnbogen wird dadurch schmaler, es kann sogar zum Kreuzbiß kommen.

Bei viele Menschen wandern zusätzlich die Frontzähne nach vorne und es kommt zu Störungen des Schluckaktes oder es kommt zum Endstand in der Front.

Zunge-formt-Oberkiefer
Die Zunge drückt von Innen und Wange und Lippe von außen. Dort, wo sich beide Kräfte aufheben, stehen die Zähne im Oberkiefer